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Blogging zum Spass oder fürs Geschäft?

Spötter halten Blogging für die konsequente Fortsetzung des Massenexhibitionismus, der auf Millionen von nutzlosen persönlichen Homepages gelebt wird. Aber es ist ein praktisches und einleuchtendes technisches Konzept. Durch Aktualität und insbesondere durch Vernetzung hat es viele Anhänger gefunden. Es ist nicht verwunderlich, dass der Blogging-Boom auch viele Blogger in Ihren Beiträgen beschäftigt. Immerhin ist Reflektion eine der positiven Eigenschaften von intelligentem Leben. Neben dem schleichenden aber unaufhaltsamen Erfolg der Blogs im privaten, journalistischen und kulturellen Bereich haben die Blogs im Unternehmensumfeld zugelegt. Leider komme ich nicht umhin, ebenfalls über dieses Thema zu berichten. (Und falls Sie noch nicht wissen was ein Blog ist, sehen Sie doch mal bei der Wikipedia nach). Im Jahr 1999 haben Rick Levine, Chris Locke, Dog Searls und David Weinberger mit ihrem Cluetrain Manifesto die Grundfesten der Unternehmenskommunikation erschüttert. Ihre Thesen legten dar, dass im Internet Zeitalter die Kommunikation sich nicht kontrollieren läßt. Dass die Mitarbeiter eines Unternehmens und zufriedene Kunden in elektronischen Medien die beste Werbung machen. Gewissermassen Peer-to-Peer Marketing, ganz ohne Unternehmensvorgaben. Genau betrachtet sind die ganzen Blogs in denen Mitarbeiter über Ihre Erkentnisse, Frustrationen und Hochs berichten die logische Konsequenz. Und dass immer mehr Unternehmen diese Art der Kommunikation akzeptieren, fördern oder gar erzwingen zeigt wie richtig die Visionen der Autoren waren.

Bei der SAP Bloggen die Entwickler in den Weblogs des SAP Developer Network (SDN). Microsoft ermuntert seine Mitarbeiter zum bloggen im MSDN. Die Entwickler unter den Microsoft Kunden waren Microsoft schon immer wichtig. Durch die Blogs können Microsoft Entwickler ihre Technologien wesentlich ungefilteter und passender präsentieren. Und der Community Gedanke macht sich Microsoft zur Bindung seiner Nutzer ebenso zu Nutze. Man sehe sich nur TechEd Bloggers an. Bei IBM finden sich Blogs schon im offiziellen Web Angebot (Guido Corona Blog). Lotus wurde im eine Blogging Funktion erweitert, und das hat auch mit der internen und externen Kommunikation des Konzerns zu tun. Zum Beispiel nachzulesen auf M-E-X Blog. Es ist wirklich ein branchenweites Phänomen, wie auch die Blogs bei Oracle und SUN (This space is accessible to any Sun employee to write about anything) belegen. Aber nicht nur kreative Entwickler, Berater und Architekten bloggen. Natürlich berichten Marketing Mitarbeiter und Designer gerne von Ihren Errungenschaften, selbst auf dem Executive Level gehört Bloggen schon zum letzten Schrei. Viele kleinere Unternehmen die Technologien anbieten, oder Analysten die auf sich aufmerksam machen wollen führen Blogs. Unternehmen setzen Blogs sogar zum Job Recruitment ein. Ist ein Unternehmen attrativ, auch wenn man es von innen betrachtet, so fühlen sich qualifizierte Mitarbeiter die an einer interessanten Aufgabe mit einem spannenden Umfeld interessiert sind eher zu einem Wechsel motiviert. Der Erfolg der Unternehmensblogs wurde von vielbeachteten Blogs wie Joel on Software, die Kolumnen von Jakob Nielsen (Alertbox) über Useability und Bruce Schneier on Security, sowie das in Blog Style geführte Wiki von Martin Fowlers Change your Organization angeführt. Kulturschaffende und Journalisten gehören ebenso zu den neuen Jüngern der Blogbewegung. Wenn sich das dann auch noch mit Marketing verbinden läßt, umso besser: Nike richtet ein Making-of Blog für Werbefilmschaffende ein: Art of Speed. Abgesehen von der Außenwirkung von offiziellen oder inoffiziellen Blogs bieten Sich Blogs auch im Intranet an. Zum Beispiel für das tägliche Reporting. Kris Köhntopp berichtet über seinen Einsatz von Blogs bei Web.de. Dahinterschauen und weiterlesen

Trackbacks

a2o blog, Silke Schümann am : Kurznotiz: Business-Bloggen

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Nachdem auf der letzten BlogSKa wohl eine Bloggerin einen Nichtblogger mitgenommen hatte ... iiiiieh ein Alien ... wurde er erfolgreich konvertiert. JEHOVA. Und reflektiert sehr schön, dass er mit seinem neuen Businessblog kein Hobby betreibt: Eckes.org

Kommentare

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Gwen am :

GwenDiese öffentlichen Blogs bergen natürlich eine Gefahr. Ein Stück der Kommunikation, die vorher ausschließlich intern stattfand, wird nun, durch Erscheinen auf einer Web-Seite, quasi veröffentlicht. Somit wird jeder Mitarbeiter für sein Unternehmen publizistisch tätig. Es ist im "vertrauten" Umfeld wie einem Blog manchmal schwierig, Position und Person voneinander zu trennen, ja oft gar nicht gewünscht. Damit wird allerdings auf den Mitarbeiter mit jedem Eintrag die Verantwortung abgewälzt: Darf ich diesen Beitrag inhaltlich überhaupt veröffentlichen, oder darf ich das nicht. Eine Problematik, die sich vorher kaum stellte, denn wenn offiziell kommuniziert wurde, wurden die Texte von PR freigegeben, oder aber man konnte im privaten Umfeld auf Verschwiegenheit vertrauen, falls man doch etwa einmal irrtümlicherweise etwas von sich gab, das man nicht hätte dürfen. Hier sollten ganz klare Spielregeln her. In der aktuellen Situation bin ich ziemlich überzeugt, dass die meisten Blogs, so gewollt sie auch sein mögen, gegen Verschwiegenheitsklauseln in den Arbeitsverträgen verstoßen. Und Blogs wären eine wirklich üble neue Art, sich über einen zu restriktiven Kündigungsschutz hinwegzusetzen.

eckes am :

eckesDie Versuchung eine Zensur (die über die Selbstzensur der Blog Autoren hinausgeht) durch Firmenverordnung umzusetzen ist sicherlich erheblich. Aber wie die Gerüchte um ein internes IBM Memo schon zeigen wäre das ziemlich fatal. Von daher muss jedes Unternehmen damit rechnen, dass nicht alles was ein Unternehmensgeheimnis ist auch geheim bleibt. Im Gegensatz dazu kann man nur jedem Blog Autor raten sich bewußt zu sein, was er veröffentlicht, und ob er das darf. Spätestens wenn ein Arbeitnehmer ausscheidet ist es schwer hier zu kontrollieren was er wem erzählt. Und Wahrheiten die besonders schmerzlich sind fuer ein Unternehmen sind auch meistens nicht mit Knebelverträgen einzudämmen. (z.b. über Unternehmenskultur oder Organisation). Eine offene und ehrliche Firmenkultur ist hier langfritig sicherlich die stabilere Geschäftsgrundlage (und ne Gerantie für zufriedene Mitarbeiter die nicht ständig mit ihrem Gewissen kämpfen). Gruss Bernd

eckes am :

eckesund siehe auch SPON vom 29.3: http://www.spiegel.de/netzwelt/politik/0,1518,348552,00.html

eckes am :

eckesvia Martin Röll der Artikel im PR-Magazin zum Blogging: http://www.roell.net/referenzen/prmagazin-0503-weblogs.pdf

eckes am :

eckesSiehe auch http://www.heise.de/newsticker/meldung/59570 Die IBM Guidelines sind lesenswert: http://www.snellspace.com/IBM_Blogging_Policy_and_Guidelines.pdf Gruss Bernd

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