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Besuchsbericht: BWcon boss

Baden Württemberg hält sich ja immer für das Land der Tüftler und Erfindern. Neben der offiziellen IT Initiative des Landes (doIT) gibt es die bwcon, nach eigenen Angaben eines der erfolgreichsten Technologienetzwerke in Europa und die führende Wirtschaftsinitiative für Technologie und Innovation in Baden-Württemberg. Eine der Projekte ist bwcon:boss bei dem es um die Förderung von Open Source in Unternehmen geht. In der Abschlussveranstaltung haben die einzelnen Arbeitsgruppen Ihre Ergebnisse präsentiert:

Laut Programm wurde die Veranstaltung durch den Geschäftsführer von bwcon eröffnet. Danach berichtete Jörg Ohnemus (Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH) über die FAZIT-Unternehmensbefragung zum Einsatz von Open Source Software in BW Unternehmen (April 2005, 603 Fragebögen). Interessant finde ich, dass "bereits" 20% der Unternehmen OSS nutzen (der Rest tut es und gibt es nicht zu) Danach hat Dr. Axel Funk (CMS Hasche Sigle) einen rechtlichen Überblick zu Open Source am Beispiel der GPL gegeben. Sein überspitztes Fazit: alle Fragen seien offen. Seine Prognose dass in naher Zukunft klärende Urteile zu erwarten sind kann man sicher unterschreiben. Nach der vielzitierte einstweilige Verfügung des LG München gab es noch keine Entscheidungen die genau zeigen wie gültig die Bestimmungen (Viral, Haftungsausschluss) im deutschen Rechtsraum sind. Da wird auch die Version 3 der GPL nichts ändern können, der Text muss allgemein gehalten werden um weltweit benutzt werden zu können. Einer der aktivsten Jäger von GPL Verstößen ist sicher Harald 'LaForge' Welte (Linux Netfilter Hacker und gpl-violations.org). In der Fragerunde ging es darum ob Hosted Applications ein Problem damit haben könnten wenn sie lokale Änderungen für die Benutzer bereitstellen. (Dem Geiste der GPL nach nicht... Source Code muss man (auf Anfrage) nur an die Personen verteilen an die man auch die Binaries gegeben hat. Dieser fällt dann auch unter die GPL). boss Layers die einen Abschlussbericht vorgelegt hatten, konnten diese präsentieren. Alle haben deutlich gemacht dass es eine Menge Arbeit war die nur durch das Commitment von Einzelnen kamen die Abschlussarbeiten zustande: Ralph Wörn (Excelsis) berichtet über die Akzeptanz von Open Source im Bereich Finance, Insurance und Consulting. Im Bereich Infrastruktur, Development Tools und Middleware ist OSS schon weit verbreitet, Fachanwendungen finden sich selten als Open Source. Details finden sich in der Ergebnispräsentation. Michael Pyschny (IBM) stellte die Ergebnisse des Business Layers Öffentlicher Bereich vor. Ein sehr ausführlicher Leitfaden ist in der ersten Version erschienen und gegen Unkostenbeitrag erschienen. Die Stadt Schwäbisch Hall wurde dabei z.B. als Use-Case betrachtet. Memorable Quote (aus dem Gedächtniss): "sicher soll durch den Einsatz von Open Source in der Verwaltung auch der Standort gestärkt werden. Alleine wenn man bedenkt dass jede der 11101 Komunen eine Studie in Auftrag geben ob Open Source für sie geeignet ist reden wir hier von einer Milliarden-Finanzspritze. Nein aber im Ernst, der Leitfaden..." Im Infrastructure Layer gab es mehrere Gruppen, darunter LDAP oder generell zum Idendity Management hat Peter Gietz (DAASI) vorgestellt was im Paper zu finden ist: Anregungen zur richtigen Verwendung von einheitlichen Schemas. Peter hat eine Fortführung der Aktivitäten im Bereich IM angeregt und sucht Freiwillige. Die Groupware Gruppe präsentierte statt Paper ein Praxisprojekt: Helmuth Neuberger (N&H) berichtet über die Erfolgreiche Adaption des Simple Workgroup Access Protocol (SWAP) Protokolls durch Colamo.org. Eine offene Spezifikation die von verschiedenen Unternehmen erfolgreich umgesetzt wurde. Der Vortragsslot war geteilt: in der zweiten Hälfte hat sich Thomas Uhl (Topalis) für Mono stark gemacht. Immerhin setzt die freie Alternative zu Microsoft's .NET auf einem standadisierten Bytecode. Eine Diplomarbeit stellt Thomas vor: PHP4Mono, ein Compiler der PHP Scripte in CLI Bytecode übersetzt. Sollte Zend jetzt von Oracle geschluckt werden, so könnte sich diese alternative PHP Implementierung als hilfreich erweisen. Beim Get Together gab es eine Reihe von interessanten Gesprächen, von Larry Ellison der im Open Source Revier wildert (es kann auch das OpenLDAP Projekt betreffen wenn sich nach der Sleepycat Aquise bei der BerkleyDB etwas ändert) über das fehlen von OSS Idendity Management Servern (mit administrativem Workflow) über das fehlen eines einheitlichen On-the-Wire Protokolls für Relationale Datenbanken (ISO's RDA (X/Open SQL Access) und OpenGroup/IBM DRDA sind ja nicht wirklich offen oder verbreitet) bis hin zum Umgang von Branchenriessen wie SAP, Oracle, Microsoft oder Google beim Thema Open Source (das PHP4Mono Projekt hat z.B. im Google Summer of Code ein Funding erhalten das nahezu kommentarlos einfach so an Raphael Romeikat überwiesen wurde - auf der anderen Seite sitzt Google auf seiner IP - obwohl Gerüchten zufolge Googleplex auf modifizierten Linux Kerneln aufsetzt) Die Veranstaltung war bwcon typisch gut organisiert und es hat mich überrascht wie gut man fachsimpeln konnte. Sicher ein Termin der meinem Social Networking gut getan hat.

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