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Private Nutzung

Immer wieder liest man Empfehlungen dass man auf keinen Fall private Nutzung der Unternehmens-IT zulassen darf, dass es problematisch ist wenn man persönliche Mails duldet, ja sogar steuerlich schwierig ist, wenn man den Mitarbeitern geldwerte Vorteile (wie einen Internet Zugang) bietet. Auch vor den Sicherheitsaspekten wird gewarnt. Lizenzgründe oder Haftungsgründe werden angeführt. Ich möchte mich hier mal auf die andere Seite stellen: warum haben Arbeitgeber ein Interesse daran, dass Mitarbeiter die Firmen-IT auch für Aktivitäten nutzen die nicht direkt im Geschäftsinteresse stehen. Nun allen voran natürlich die Mitarbeiterzufriedenheit. Gute Mitarbeiter zu halten ist wichtig. Wenn diese ein offenes Klima erleben sind sie viel gewillter zu bleiben. Grade bei Überstunden oder exotischen Arbeitszeiten ist es wichtig nebenbei auch Kontakt mit den Lieben zu halten. Sich mit der Freundin im Messenger auszutauschen damit diese nicht den Arbeiter nach Hause zitiert. Daneben ist jeder Mitarbeiter der sich im Web bewegt auch ein informierter Mitarbeiter. Im Zweifel auch ein Mitarbeiter der für das Unternehmen Werbung macht. Ganz gemäss des (schon öfters genannten) Cluetrain Manifests werden immer mehr Kunden durch direkte Kontakte mit Mitarbeitern auf Produkte aufmerksam. Betrachtet man das Leben eines Consultants (Road Warriors) auf der Straße und in Hotels, so hat dieser gewiss andere Probleme als mehr als einen Notebook mit sich herumzuschleppen. Wird Ihm verwehrt diesen auch zum DVD Genuss einzusetzen, so wird er noch weiter benachteiligt und hat irgendwann kein Interesse mehr auf Außeneinsatz. Die Nutzung von Diensten des Arbeitgebers wie Mail und IM sollte so offen gestaltet sein, dass Mitarbeiter gerne auch nach Feierabend diese Medien nutzen. Ganz im Interesse der Firma: die Mitarbeiter bleiben in Notfällen einfacher ansprechbar. Das surfen am Arbeitsplatz - sei es nun in Wartezeiten oder der Mittagspause ist eine Entspannung vergleichbar mit der Raucherpause oder dem Mittagsspaziergang. Wird die Nutzung des Webs eingeschränkt oder strikt kontrolliert, so suchen sich kreativ arbeitende Köpfe andere Ablenkungen (zum Beispiel sinnlose Meetings). Es ist also nur in Ausnahmefällen so, dass die Produktivität dadurch gesteigert wird. Unmotivierte Mitarbeiter die Zeit haben ihren Tag zu vertrödeln sind eine Herausforderung an das Team oder die Vorgesetzten, aber sicher nicht für die interne-IT.

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Kommentare

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Mela am :

*Fehlender oder stark restriktierter Zugang zum Internet verhindert auch das ein Mitarbeiter schnell das eigene Wissens-Netzwerk erreichen kann. Gerade in komplexen und anspruchsvollen Berufen, kann ein kurzer Chat mit den firmenfremden Kollegen ein Problem schnell lösen. Damit wird mehr Arbeitszeit gewonnen, als man gemeinhin denken mag. Das Internet ist inzwischen auch das Haupt-Nachschlagwerk. Den Zugang zu kappen oder auf einige, wenige Seiten einzuschränken, bedeutet den Mitarbeitern die größte Fachbibliothek der Welt zu entziehen.

Helena am :

*Spannender Artikel, dem ich durchaus zu stimme. Ich kenne das Problem des eingeschränkten Zugangs oder der kompletten Verweigerung zum Internet von Freunden und der Familie. Die Menschen, die es brauchen könnten, auch fernab der IT- oder IT-nahen Berufe nimmt man die Möglichkeit zur Kontrolle oder zum Nachschlagen. Und diejenigen, vor denen man Angst hat, dass sie ihre Arbeitszeit nicht mit Arbeiten verbringen, die finden mehr als genug andere Möglichkeiten ihre Zeit zu 'vertrödeln'. Ich kann nur sagen, dass ich froh bin, dass man mir den Zugang nicht einschränkt. Viele Grüße Helena

Thomas am :

*Das Problem liegt im Datenschutz. Lässt das Unternehmen eine private Nutzung zu fällt dies unter das Telekommunikationsgesetzes das bedeutet, das Unternehmen ist ein Internetanbieter und unterliegt damit allen rechtlichen Konsequenzen. Wäre (!) z.B. die Vorratsspeicherung gekommen, na prost Mahlzeit! Quelle: http://www.cio.de/knowledgecenter/security/870423/index4.html

Bernd Eckenfels am :

*Mir sind die Argumente gegen die Privatnutzung schon bewusst. Aber erstens reicht es dann nicht "pro forma" zu verbieten, weil eine Duldung als solche ausgelegt wird, und zweitens kann es ja nicht sein dass ein Unternehmen keinen Datenschutz betreibt. Zumal die Vorteile ja deutlich überwiegen. Und ja - VDS wäre ein Problem gewesen für betriebliche Telekommunikationsanbieter. Aber noch ein Grund mehr solche Gesetze und Verordnungen nicht umzusetzen sind ja nicht per-se abzulehnen, oder? Gruss Bernd

reneboehres am :

*Aus meiner Erfahrung als Selbständiger Computer Service bzw. Computer Reparatur Fachmensch kann ich sagen, dass das Surfen z.B. in der Mittagspause eines Mitarbeiters deutlich zur Entspannung beitragen kann. Viele gehen gerne auf Seiten wie Kicker, Facebook etc. Meiner Meinung nach sollte man aber den Zugang beschränken. Warum? Erst kürzlich hatte ich im Einsatz den Fall, dass einer der Kunden in der ganzen IT einen Trojaner hatte. Eine Mitarbeiterin hatte in der Mittagspause via google nach Musik gesucht und hat dann irgend ein Banner angeklickt, über den sie sich einen Trojaner eingefangen hat. Dieser hat sich dann via Outlook auf alle 10 Client Rechner des Unternehmens verteilt. Der Server blieb Gott sei dank unangetastet, so dass sich die Mitarbeiter automatisch das Virenupdate über den Server heruntergeladen haben und ich mit der Anti-Viren Software und ein paar tricks die Viren entfernen konnte. Die aktion hat einen ganzen Samstag verschlungen und mal abgesehen von meiner Arbeitszeit den Kunden hoffentlich nicht mehr Geld gekostet hat. Das Thema ist nach wie vor sehr wichtig vor allem was die Sicherheit des Netzwerks angeht.

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