Weil ich nebenbei dran bin das Thema IT-Sicherheit im Software Entwicklungsprozess aufzubereiten, hier eine Liste von möglichen Motivationspunkten. Wovor soll geschützt werden...
- Das Image eines Software Unternehmens ist sehr wichtig. Vertrauen in die Beständigkeit und Leistungsfähigkeit des Softwarehauses ist eines der wichtige Auswahlkriterien bei der Beschaffung von Software..
- Zumindest in Deutschland kann sich ein Unternehmen nicht aus der Produkthaftung befreien. Auch bei Auftragsarbeit besteht das Risiko von Regressansprüchen
- Für bestimmte Einsatzbereich fordern Kunden Explizit Audits und Zertifizierungen des Entwicklungsprozesses. In bestimmten Bereichen wird dies auch durch Gesetzgeber oder Verwaltung gefordert. Compliance ist ein wichtiges neues Thema.
- Software Unternehmen sind der Prototyp eines IT-lastigen Unternehmens. Entsprechend wichtig ist ein Securitymanagement in diesem Bereich.
- Die IT gilt zwar gemeinhin als Rationalisierungsmittel, Software Hersteller und Beratungshäuser sind aber extrem personalintensive Dienstleistungsunternehmen. Der Faktor Mensch im Prozess bringt aber einige Probleme mit sich. Von personenbezogenen Daten über irrationales Verhalten (und der Herausforderung der Führung) bis hin zu den unvermeidlichen Fehlern.
- Unternehmen mit hohem Anteil an F&E stehen unter verstärkter Wettbewerbsbeobachtung bis hin zur Industriespionage. Der Schutz von Intellectual Property wird oft als wichtiger Überlebensfaktor angesehen. Mit den drohenden Softwarepatenten wird diese Situation nur schlimmer.
- Der Trend zur Software aus dem Regal (COTS) existiert auch in sicherheitskritischen Bereichen. Als Softwarehersteller kann man sich hier schnell in der Verantwortung finden. Menschenleben oder Menschenrechte können von der ordnungsgemäßen Funktion der Software abhängen.
- Die Aufgabenstellung ein sicheres System zu implementieren ist höchst Komplex, es gibt noch keine silberne Kugel. Weder bei den Methoden noch den Technologien. Oftmals spricht man von der jungen Wissenschaft Informatik
- Der Teufel steckt im Detail, Angreifer müssen nur eine Lücke finden, Software Hersteller müssen alle Fehler vermeiden
- Der Markt ist für den Kunden schwer zu überblicken. Kunden entscheiden sich wegen fehlendem Überblick, wegen mangelndem Bewusstsein oder wegen externen Zwängen nicht immer für die sicherste Lösung. In vielen Segmenten ist der Preisdruck hoch, Investitionen in Sicherheit werden weniger belohnt als Features oder Time-to-Market.
- Vermutlich auch weil es Niemand wirklich im Griff hat sind Bugs akzeptiert. Es ist z.B. unwahrscheinlich dass ein Betriebsystem Hersteller für Virenanfälligkeit haften muss.
- Selbst bei unbeschränktem Budget sind die Ressourcen knapp, es ist nicht möglich alle nötigen Positionen mit erfahrenen All-Round Experten zu besetzen. Und selbst wenn haben diese auch mal schwache Momente.
- Software Entwicklung bewegt sich oft in einem Umfeld das geprägt ist durch Altlasten, Kompatibilität und ständige zusätzliche Anforderungen. Das führt zu sicherheitskritischem Wildwuchs.
- Robuste Lösungen zeichnen sich durch Redundanz, definiertes Fehlverhalten und Sicherheit auf mehreren Ebenen aus. Dem Zugrunde liegt aber die Einsicht, dass es eine 100%ige Sicherheit nicht gibt. In vielen Bereichen ist es schlichtweg nicht Objektiv möglich zu definieren welcher Ansatz nun mehr Sicherheit bringt
- Wenn im Entwicklungsprozess die Anzahl der Personen die Zugriff haben minimiert wird (zur Risikoreduzierung), so führt dies auch dazu dass weniger Personen informiert sind, Reviews durchfühen oder Funktionen mehrfach implementiert werden. Generell herrscht die Meinung, dass die Produktivität von Entwicklungsteams sinkt.
- Faktoren wie Spezialisierung, Flexibilität und Geschwindigkeit bedingen zunehmend den Einsatz von Komponenten und Libraries von Dritter Seite. Die Integration dieser Software (oftmals auch Blackboxen) bringen neue Herausforderungen in allen Phasen des Produktlebenszyklus. Auch das Thema Open Source kann man hier zwiespältig beurteilen.
Lassen Sie es mich wissen, welchen der Aspekte Sie besonders interessiert.
Geschrieben von Bernd Eckenfels
in Java Programming, Sicherheit, SW Entwicklung
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Tobias Schmid
Ebenso tendieren Unternehmen bei einmalige größeren Investiotionen dazu dass man sich danach sicher fühlt, aber dann die Alltagskosten scheut.
Viel besser sind kleine Schritt und stetige Kontrolle und Verbesserung. Eventuell ganz ohne Kickoff und Investitionen.
Das soll jetzt nicht heissen dass man ohne definierte Ziele auskommt, aber viel zu oft bleibt es nach meiner Beobachtung bei diesen...
Gruss
Bernd
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Bernd Eckenfels zu Webseiten Bugs (Twitter)
2008-09-19 02:04
Sieht so nach unübersetzten Resourc
e Keys aus. Aber ich hab auch die L
ösung gefunden: wenn man angemeldet
ist unte [...]
2008-09-19 02:04
Bernd Eckenfels zu Google Lively
2008-09-18 07:10
This was a decision at the beginnin
g of the blog, because there are so
many eglish blogs already. I know
I wont ha [...]
2008-09-18 07:10
Christian zu Webseiten Bugs (Twitter)
2008-09-17 13:24
Denkst du das ist ein Übersetzungsf
ehler? Denn "übersetzt" kann man d
ie Sidebar bei Twitter ja nicht nen
nen. Bei [...]
2008-09-17 13:24
Christian @SYSTEMHELDEN.COM zu Die Zukunft der Virtualisierung
2008-09-04 16:59
Hi Bernd,
achtung, promo-komment
ar!
Uli Gräf hat 3 Videos heraus
gebracht zur Virtualisierung, natür
lich mit [...]
2008-09-04 16:59
Marius Jost zu Google Lively
2008-09-01 16:31
Tja, leider ist Lively eine .exe, d
ie nicht gerade jeder ausführen dar
f. Wer also in einem Unternehmen si
tzt, brau [...]
2008-09-01 16:31
Omer KARADENIZ zu Google Lively
2008-08-26 15:42
Hello
Why did u use only german ?
Could u use a English option for th
is blog. Thanks for this useful sha
re.
O [...]
2008-08-26 15:42
Magdalena zu SaaS ERP: SAP Business ByDesign
2008-08-21 21:44
Hi,
I am currently a student of
MBS “Information Systems for Busine
ss Performance” at University Colle
ge Cork, [...]
2008-08-21 21:44
Bernd Eckenfels zu DSL und der gefürchtete Parser
2008-08-12 16:59
Hmm Fowler lobt die einfachen DSLs
und sagt man soll dafür einen Parse
r bauen.
Wenn man das aber jetz
t nicht m [...]
2008-08-12 16:59
Bernd Eckenfels zu Arbeitsplatz Schönheit bei der AxelSpringer AG
2008-08-12 10:35
Leider keine Antworten, aber immerh
in hab ich grade nen Artikel gefund
en der oberflächlich beschreibt, wi
e sich Ma [...]
2008-08-12 10:35
Markus Kohler zu DSL und der gefürchtete Parser
2008-08-12 09:04
Hallo Bernd,
IMHO drückt sich Fow
ler davor eine DSL Workbench zu ben
utzen weil das der schwache Punkt v
on "exter [...]
2008-08-12 09:04
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